Die DJI Avata 2 ist weit mehr als nur eine FPV-Action-Drohne. In unserem neuesten „Höhlen-Check“ haben wir getestet, ob sie das Zeug zur preiswerten Inspektions-Drohne für schwierige Umgebungen hat. Die Ergebnisse sind beeindruckend, zeigen aber auch klare Grenzen auf.
Der Härte-Test: Stabilität ohne GPS
In einer Höhle herrscht absolute Dunkelheit und es gibt keinen GPS-Empfang. Dennoch hat die Avata 2 in puncto Flugverhalten überzeugt:
- Präzise Positionierung: Trotz der schwierigen Verhältnisse hielt die Drohne ihre Position erstaunlich stabil.
- Kaum Abdriften: Selbst in engen Gängen gab es kaum spürbares Abdriften, was das Vertrauen beim Fliegen stärkt.
- Gimbal-Vorteil: Durch die Stabilität kann man an Engstellen einfach stehen bleiben und sich mit dem Gimbal völlig frei umsehen.
Die Software-Hürde: Das 10-Meter-Limit
Wer die Avata 2 professionell indoor oder in tiefen Schächten nutzen will, stößt auf ein massives Problem vonseiten der Software:
Diese Software-Sperre lässt sich aktuell nicht umgehen und schränkt Inspektionen in hohen Hallen oder tiefen vertikalen Schächten stark ein. Die einzige Lösung? Der Wechsel in den manuellen Modus (Acro). Hier hat der Pilot die volle Kontrolle und kann das Limit knacken, benötigt dafür aber deutlich mehr Flugerfahrung.
Modifikationen für den Ernstfall
Um die Avata 2 wirklich „inspektionsbereit“ zu machen, haben wir sie hardwareseitig aufgerüstet:
- Externes Licht-System: Ein modifiziertes Licht sorgt für die nötige Sicht in totaler Finsternis.
- Zusatz-Schutz: Ein extra Käfig schützt die Drohne vor Kollisionen mit schroffen Felswänden.
- Controller-Wahl: Für diese Präzisionsarbeit ist der DJI Remote Controller ein Muss. Der Motion Controller bietet in engen Gängen schlicht nicht die nötige Kontrolle für Zentimeter-Arbeit.
Fazit: Revolution oder Spielerei?
Die Avata 2 bietet eine enorme Stabilität und Bildqualität für einen Bruchteil des Preises spezialisierter Industriedrohnen. Die Signal und die Softwareseitige Flughöhenbeschränkung bleiben jedoch eine physikalische Herausforderung.
Für flache oder kleine Indoor-Bereiche ist sie genial. Wer jedoch hoch hinaus oder tief hinunter will, muss den manuellen Flug meistern, um die 10-Meter-Sperre zu überwinden.


